(K)eine Glaubensfrage: Welches Bier zu welchem Grill-Fleisch?

Aus Sicht vieler Grillfreunde hat frisch zubereitetes Grillgut eigentlich nur einen einzigen Nachteil: Dass man es nicht trinken kann. Also muss noch eine geschmacklich passende Ergänzung für den Durst her. Bier war in dieser Hinsicht natürlich noch nie ein Geheimtipp – wer aber immer nur die Hausmarke genießt, lässt sich womöglich einige spektakuläre Aroma-Kombinationen entgehen.

Ist doch nicht mein Bier…?!?

Auch außerhalb seiner Ursprungsländer, wo Bier schon seit Menschengedenken in vielen verschiedenen Variationen getrunken wird, hat es sich endgültig durchgesetzt. Weil es oft – nicht nur in Deutschland – als Lebens- und Genussmittel zugleich gilt, findet man es auch in Kombination mit den unterschiedlichsten Speisen. Zudem wird es auch heute noch vielfältig weiterentwickelt: Der Trend zu diversen Craft-Bieren hält an und auch ältere Sorten werden überall auf der Erde nachgeahmt und landestypisch verfeinert. Schon längst wundert man sich nicht mehr darüber, beim Urlaub in Übersee einen Gerstensaft erster Güte nicht nur aus ‚westlicher‘ Produktion vorgesetzt zu bekommen. Selbst ein dunkel-kräftiges Stout beispielsweise findet man in Asien häufiger von japanischen Brauereien als von irischen oder britischen. Für den kontinentaleuropäischen Klassiker, das Pils, gilt das ohnehin schon seit Jahrzehnten.

Bier als ‚Begleiter‘ für Grillgerichte

Überall auf der Welt wird also Bier genossen – und nicht zufällig besonders gerne begleitend zu Grillgut. Ob man es nun Barbecue (BBQ) oder Yakiniku nennt: Gegrilltes Fleisch und Gemüse kommen oft begleitet vom Gerstensaft daher. Das liegt einerseits am Erfrischungseffekt von kühlem Bier, andererseits aber auch daran, dass sich die Aromastoffe von Bier und Fleisch hervorragend zu einem stimmigen Ensemble aus Geschmacksnoten ergänzen. Um beim Beispiel Japan zu bleiben: Das herzhaft-vollmundige Genusserlebnis, das dort als ‚umami‘ bezeichnet wird, verkörpert kaum etwas besser, als Grillfleisch, Fisch oder diverse andere gegrillte Meeresfrüchte, zusammen mit einem ‚nama biru‘ (helles, frisch gezapftes Fassbier).

Welches Bier passt zu welchem Fleisch?

Die erste und wichtigste Grundregel zur Kombination von Bier und Fleisch dürfte Weinfreunden bekannt vorkommen: Zu Fisch und hellen Fleischsorten passt am besten helles und leichteres Bier. Dagegen trinken sich dunklere und kräftigere Biere ausgesprochen gut zu dunkleren Fleischgerichten (sog. ‚rotes Fleisch‘). Nebenbei: Auch in diesem Zusammenhang empfehlen wir sehr die Zubereitung von Wildfleisch mithilfe eines Infrarotbrenners (Sizzle Zone).

Eine Ausnahme von dieser Regel bilden Gerichte aus dunkleren Fleischsorten, zu denen bereits eine reichhaltige Sauce mit starken oder rauchigen Aromen gehört. Hier kann es schnell zu viel des vollen Geschmacks werden. Ein helles Bier, wie Pilsener oder Weizen, wäre dann also vorzuziehen. Im Gegensatz zu würzigen und dunklen Bieren wie etwa Stout, Altbier oder Kellerbier besteht bei hellen Varianten jedenfalls nicht die Gefahr, dass feinere Geschmacksnuancen durch ein Zuviel an Bierwürze überdeckt wird. Auch der Alkoholgehalt muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden: Starkbiere mit mehr als den üblichen 5 bis 6 Volumenprozent hebt man sich besser für die gemütliche Runde nach der Grillmahlzeit auf. Sie könnten den geschmacklichen Eindruck individueller Fleischsorten verfälschen.

Derselbe Effekt kann sich auch einstellen, falls man Biere mit überdurchschnittlichem Kohlensäuregehalt zum Essen trinkt. Auch wenn ein wenig gegen die Vorlieben und Gewohnheiten vieler Bierfans hierzulande verstößt, möchten wir darum an dieser Stelle vorschlagen, Stout oder Ale als Getränk zur Grillplatte einfach mal eine Chance zu geben. Zwar werden diese Biere häufig als etwas flach, um nicht zu sagen: schal, wahrgenommen. Doch gerade wenn das Grillgut auch im Munde noch die Hauptrolle spielen soll, kann ein wenig Zurückhaltung des begleitenden Getränks vielleicht nicht schaden.

Was können Gasgriller sonst noch mit Bier machen?

Was aber könnte man als Besitzer eines Gasgrills mit Bier tun, außer es zu trinken? Immerhin gibt es beim Gasgrill keine Kohle, die man ablöschen müsste (was man allerdings schon aus gesundheitlichen Gründen auch dann auf keinen Fall tun sollte, wenn man einen anderen Grilltyp nutzt). Auch das Übergießen des Fleischs mit Bier direkt auf dem Grill ergibt kaum Sinn: Dadurch wird sich der Geschmack kaum verändern und auf gar keinen Fall verbessern. Bei selbst mariniertem Fleisch hätte man sich sogar, schlimmstenfalls, die Mühe der Vorbereitung umsonst gemacht, weil das Marinade-Aroma höchstwahrscheinlich durch die Bierdusche verdorben würde.

Apropos selbst marinieren: Wegen der gut mit Fleisch harmonierenden Aromen bietet es sich unbedingt an, Marinaden und Grillsaucen mit Bier als Zutat zuzubereiten. Keine Fleischsauce aus dem Discounter und erst recht kein Ketchup aus dem Supermarktregal kann mit einer relativ einfachen Biermarinade mithalten. Dazu findet man leicht jede Menge Rezepte online – wie übrigens auch unter unseren NEXGRILL-Rezepten, wo wir euch demnächst eine besonders schnelle, einfache und leckere Marinade im Detail vorstellen.

NEXGRILL wünscht einige bierselige Sommertage!

Wir hoffen, ihr habt euch jetzt ein bisschen Bierdurst und -lust angelesen. Falls ihr euch nun noch fragt, mit welchem Gasgrill und welcher Geräteausstattung jedes Gericht so gut gelingt, dass auch der edelste Tropfen daneben nicht fehl am Platz ist, solltet ihr euch gleich mal in unserer Produktübersicht umschauen:
Grill Grillgut gut

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